USA 2016

USA 2016

Unsere Reise 2016 ist eine Reise der Gegensätze:

Am 27. Januar 2016 fliegen wir mit der Swiss den Flughafen Los Angeles in Kalifornien an … unsere Reise wird uns in den Winter führen … rote Steine mit Schnee, ein grosser, schon lange gehegter Traum von uns, wird in Erfüllung gehen ... Begleitet uns auf eine Tour voller schöner Augenblicke, vieler Eindrücke und toller Erlebnisse.

 

Schon fast ein Jahr vorher hat unsere Planung begonnen, bekanntlich ist Vorfreude ja die schönste Freude. Wir wussten, wir wollen einmal das Winterwunderland erleben, die Kontraste von weissem Schnee auf den roten Felsen live sehen.

 

Wie immer haben wir unsere Flüge und den Mietwagen bei unserem Reisebüro des Vertrauens bei Jörg Waldvogel und dem Chrisway Team in St. Gallen gebucht.

Es sollte ein Direktflug mit der Swiss von Zürich nach Los Angeles und zurück nach Zürich sein , und ein Mietwagen mit 4×4 bei Alamo. Dies ist unser Grundgerüst, und nun steht der Planung nichts mehr im Wege.

 

1. Tag 27.01.2016 Anreise nach Los Angeles

 

Am 27.Januar geht es dann endlich los. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge, da Kevin dieses mal nicht mit dabei sein wird. Er hat Schule und sein Vater wird in dieser Zeit bei ihm sein. In seinen Schulferien werden sie dann zusammen nach Malta in die Ferien gehen.

 

Mit dem Zug geht es um 9.50 Uhr von Gossau nach Zürich-Flughafen. Dort können wir, dank Vorabend-Check-In, nach der Ankunft nur noch das Gepäck abgeben, und danach in aller Ruhe etwas Essen und Trinken, bevor es durch die Sicherheitskontrollen geht. Da es gar nicht viele Leute am Flughafen hat, geht dies zügig von statten.

Unser Flug geht ab Gate E23, unsere Sitzplätze sind in der Reihe 32 A + B und Ladys-First darf am Fenster sitzen.

Der Flug verläuft ruhig, es ist wunderschönes Wetter, und daher gibt es auch super schöne Fotos und ich kann mich fast nicht entscheiden, welche ich hier zeigen will ...

Um 16.23 Uhr Ortszeit landen wir in Los Angeles. Nach der Immigration, die sehr schnell geht, da enicht viele Leute hat, führt unser erster Weg zur Autovermietung Alamo. Hier gibt es keine Choiceline, und uns wird mitgeteilt, dass es in unserer Kategorie keine 4×4 gibt, was uns doch ein wenig überrascht, da wir dies eigentlich gebucht haben. Wir wollen ja in den Winter, und sind auf Schnee aus, und wollen nicht im Nirgendwo feststecken, also buchen wir eine Kategorie dazu, inkl. Sirius (Satellitenradio) und bezahlen den stolzen Preis von 849 $ auf. Überglücklich nehmen wir unseren Ford Explorer in Empfang, und fragen nochmals explizit, ob es sich auch sicher um einen 4×4 handelt.

 

Leider ist es schon dunkel und wir begeben uns auf den Weg zu unserem Motel, dem Friendship Inn, am 1148 Crenshaw Blvd, das wir über Booking.com gebucht haben. Es ist relativ zentral, und verfügt über gratis Parkplätze, was in Los Angeles ein grosses Plus ist. Todmüde fallen wir ins Bett.

 

2. Tag 28.01.2016 Los Angeles

 

Am Morgen stehen wir schon früh auf. Wir wollen ja etwas vom Tag haben. Von unserem Motelzimmer aus sieht man das Hollywood-Sign. Was für ein Ausblick!

In der Lobby trinken wir einen Kaffee und bekommen hilfreiche Tipps von unserem freundlichem Motelbetreiber. Wann es am sinnvollsten ist, in welche Richtung zu fahren. Was sich noch als sehr hilfreich herausstellen wird.

In der Nähe unseres Motels gibt es einen Denny’s, wo wir unser Frühstück einnehmen, bevor wir uns aufmachen, die Grossstadt zu erkunden.

Unser erster Besuch führt uns quer durch die Stadt nach Long Beach, wo wir das Schlachtschiff USS Iowa besichtigen. Es ist ein interessanter Vormittag.

Die USS Iowa diente im 2.ten Weltkrieg und war während des Korea Konflikts und des kalten Krieges im Atlantik und Pazifik unterwegs. Es ist auch das einzige Schiff, das 3 Präsidenten an Bord beherbergte. Nun ist das Schlachtschiff seit 2012 ein Museum und wirklich einen Besuch wert.

Nach diesem spannenden Besuch, geht es wieder quer durch die Stadt. Wir kämpfen uns durch den unglaublichen Verkehr von L.A. zurück nach Hollywood, denn zu einem Abstecher in die Traumfabrik gehört natürlich auch ein Besuch des weltbekannten Walk of Fame.

Wie uns unser Vermieter geraten hat, parkieren wir im Dolby Surround Theater, hier ist es im Verhältnis günstig zu parken, und man ist in wenigen Gehminuten direkt am Walk of Fame. Wir besuchen das Hard Rock Cafe und machen einen Spaziergang entlang der Stars und Sternchen. Auch die vielen bunten und toll kostümierten Selbstdarsteller rund um das Chinese Theater fehlen natürlich nicht. Was dem typischen Klischee von Hollywood entspricht.

Nachdem wir genug von dem Glanz und Gloria haben, zieht es uns nun an den Strand, zum bekannten Santa Monica Pier, wo wir den Sonnenuntergang am Pier geniessen möchten. Also nichts wie los !

 

Es ist ein wunderschöner Abend und der ideale Ausklang für diesen tollen, ereignisreichen Tag. Ein Abend wie aus dem Bilderbuch und wir lassen uns sehr gerne davon verzaubern. Ich denke die Bilder sprechen für sich.

Wir können kaum genug bekommen, von dem warmen Abend. Es ist kaum zu glauben, dass es Januar und Winter ist, und wir hier sind, um das Winterwunderland zu sehen.

Langsam bekommen wir Hunger und beschliessen Richtung 3rd Street Promenade zu gehen, wo wir unser Auto direkt bei einer Einkaufspassage parkiert haben. Wir schlendern in den wirklich liebevoll gemachten Fachgeschäften vorbei und essen unseren ersten Burger mit den obligaten Onionrings in einer kleinen Sport’s Bar namens Barney's Beaner an dieser Strasse.

Der Rückweg ist sehr lang, da es enorm viel Stau hat in der Stadt der Engel, die niemals schläft. http://www.info-kalifornien.de/LosAngeles.pdf hier noch ein Link damit man ein wenig die Verhältnisse sieht, wie gross diese Stadt ist und welche Distanzen man zurücklegt, bzw zurücklegen muss. Als Europäer kaum zu begreifen.

 

3. Tag 29.Januar Los Angeles – Calico – Las Vegas

 

Heute wollen wir in den Griffith Park und das Observatorium, um einen richtigen Überblick über die Dimensionen von Los Angeles zu bekommen, bevor es endlich richtig los geht. Dort hat es ein Cafe und eigentlich wollen wir da mit Blick auf das unglaublich grosse Los Angeles frühstücken. Schon stehen wir wieder im Stau. Der ganz normale Alltag hier.

Als wir oben ankommen, stellen wir zu unserem Bedauern fest, dass das Observatorium und das Cafe erst um 10.00 Uhr öffnet, und so lange wollen wir nun wirklich nicht warten. Ein Blick ins Internet am Vorabend, wäre sicher nicht schlecht gewesen.

Leider ist eine riesige Dunst/Smog Wolke über L.A. und verdeckt so einen Grossteil der Stadt. Trotzdem kann man die immense Grösse erahnen.

Jetzt haben wir aber genug von der grossen Stadt und wollen endlich in den richtigen Westen. Also geht es über den 135er Richtung Highway 15, leider ohne Frühstück aber mit viel Vorfreude auf das was noch kommen mag. Heute soll es noch bis nach Las Vegas gehen wo wir ein Zimmer im Hotel Hilton Elara vorgebucht haben.

 

Irgendwo am Highway 15 fahren wir raus, um uns in einem Target mit Wasser, und „Notration“ und ein paar Grippemitteln einzudecken, da mich seit dem Flug eine Erkältung plagt. Da wir ja „Frühstückslos“ unterwegs sind, beschliessen wir im Chillis Bar und Grill ein frühes Mittagessen einzulegen. So lassen wir es uns gut gehen, bevor es auf den Highway Richtung Osten weitergeht. Die Gegend wird immer trockener und trostloser, es hat auch immer weniger Autos auf der Strasse und wir fühlen uns so richtig froh endlich unterwegs zu sein. In Calico Ghost Town machen wir einen Zwischenstopp um unsere Füsse zu vertreten und diese kommerzielle Westernstadt zu besuchen.

Die Stadt wurde 1881 im Zuge des Silberbergbaus gegründet. Zu ihren besten Zeiten lebten ungefähr 1'200 Menschen in Calico und es gab über 500 Minen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts fiel der Silberpreis in den Keller. Die Minen waren nicht mehr ökonomisch und die Stadt wurde infolgedessen aufgegeben. Am 24. Juli 2001 brannte ein Teil der Gebäude nachts nieder, wahrscheinlich nach einem Kurzschluss in einem der Gebäude. Da schon im 19. Jahrhundert jedes fünften Gebäude als Feuerschutz aus Lehm gebaut werden musste, konnte sich dieser Brand nicht verheerend auswirken. Einige Gebäude aus der damaligen Zeit blieben erhalten und können heute gemeinsam mit Nachbauten besichtig werden.

Feuerwehrhaus
Druckmaschine
Gemischtwarenladen

Wir hatten viel Spass und auch für Familien mit Kindern ist es sicher einen Besuch wert, auch wenn es sehr kommerziell ist. Es gibt viel zu entdecken und man kann isch in die alten Zeiten versetzen lasse.

 

Aber jetzt wartet Las Vegas auf uns: Viva Las Vegas….

Elara by Hilton Grand Vacations

Las Vegas ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Unser erster Weg führt uns ins Hilton Hotel Elara wir bekommen das Zimmer 2832 ein sehr schönes Zimmer mit Blick auf den Strip. Das wir aber bald verlassen, um uns Las Vegas by Night anzusehen. Ein Lichtermeer begrüsst uns und es ist sehr warm. Das „Gamblen“ fasziniert uns nicht wirklich, also gehen wir nur in einige Shops wie das Hard Rock Cafe und das M&M World Las Vegas am Strip. Im Rock Cafe und Sportsbar essen wir etwas kleines bevor wir uns noch dem Lichterglanz von Las Vegas widmen.

 

4. Tag 30.01.2016 Las Vegas -Valley of FireSP – St. George (UT)

 

Es ist wieder ein wunderschöner Sonnenaufgang und wir freuen uns jetzt auf unser richtiges Abenteuer.

 

Wir gönnen uns im Planet Hollywood das Frühstücksbuffet a Discretion, bevor wir uns auf den Weg in den Valley of Fire State Park machen. Endlich lassen wir die grossen Städte hinter uns. Und es kann los gehen.

 

Es ist der grösste und älteste State Park von Nevada, und immer einen Besuch wert. Der Eintritt kostet 6 $ pro Tag/Auto. Wir sind sofort wieder verzaubert von den roten Steinen und den verschiedenen Farben und Formen. Jetzt im Januar ist es so richtig angenehm, da es nicht so heiss ist. Im Visitor Center gibt es Infos und dann gehts los. Wir klettern herum und geniessen die tollen Figuren und die Farbenpracht. Es gibt auch Petroglyphen die man sehr gut besichtigen kann. Das Valley of Fire ist auch immer wieder Schauplatz für Werbe- und Filmaufnahmen die man mit etwas Glück aus der Ferne beobachten kann.

Es gibt viel zu sehen und zu erleben, man kann total die Zeit vergessen und wir haben nur einen kleinen Teil des State Parks gesehen, aber wir wollen ja unbedingt noch einen Abstecher nach Little Finland machen.

Dieses mal habe ich mir die Wegbeschreibung ausgedruckt und mitgenommen ... unser Verhängnis wird aber sein, dass wir keine Zeitangaben dazu gefunden haben. Also machen wir uns auf den Weg ....

Zuerst geht es noch über geteerte Strassen, am Wegesrand hat es Kakteen, Joshua Trees und Wüstengras. Es hat immer wieder Schlaglöcher und es ist eine mühsame Fahrt.

Die Fahrt wird immer holpriger und die Strasse immer mehr zu einem verödeten Flusslauf. Es ist schon Nachmittag, und wir haben keine Ahnung wie weit es noch ist. Wir sind auch ganz alleine auf dieser Strecke unterwegs. Wenn wir daran denken, dass wir im Dunkeln - es ist Januar und die Tage dementsprechend kürzer - über diese Schotterpisten zurück müssen, bekommen wir ein sehr mulmiges Gefühl. Wir wollen nur noch ein kurzes Stück fahren und wenn dann Little Finland nicht in Sichtweite ist, umkehren, um kein unnötiges Riskiko einzugehen, und es in einem andern Jahr mit mehr Zeit nochmals zu versuchen. Nun haben wir hier noch einige Impressionen von den Strassenverhältnissen.

Inzwischen sind wir seit mehr als 1 Stunde auf der Wash unterwegs und wir entschliessen uns schweren Herzens umzukehren. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben ... und wir kommen bestimmt wieder.

Auf jeden Fall ist die Reisezeit bisher einfach super, da es Nebensaison ist und nicht viele Reisende unter-wegs sind. Auch die Temperaturen sind sehr angenehm.

Auf der Rückfahrt sieht es nach Regen aus, und wir werden mit einer einmaligen Abendstimmung belohnt.

In einem Holiday Inn in einem Vorort (Washington) von St. George Utah übernachten wir. Heute lassen wir das Abendessen ausfallen, da wir wirklich sehr müde sind.

 

5. Tag 31.01.2016 St. George - Snow Canyon State Park - Zion National Park

 

Wie immer bin ich schon sehr früh auf und mach mich zuerst mal im Internet schlau, was für Wetter es geben wird. Es nieselt und es sieht eher grau und trüb aus. Aber das schreckt uns nicht ab. Denn wir haben uns ja sowieso auf Schnee, Nässe und Kälte eingestellt. Da wir wieder den ganzen Tag unterwegs sein werden, buchen wir noch das Holiday Inn in Springdale vor. Diese Vorgehensweise hat sich in den letzten Jahren bewährt, da man dann am Abend nicht lange nach einer Unterkunft suchen muss.

In einem Dennys Restaurant nehmen wir ein üppiges Frühstück ein, bevor wir uns auf den Weg in den Snow Canyon SP machen. Wir fahren hoch in die roten Felsen, der Snow Canyon gilt noch als Geheimtipp und er wird sich als wirklich sehr sehenswert herausstellen. Der Eintritt beträgt auch wieder 6 $ pro Auto/Tag und wir sind wieder fast alleine unterwegs. Durch den Regen und die Wolken sieht es sehr mystisch aus und wir machen uns daran den Park zu erkunden.

Das Spezielle am Snow Canyon sind die versteinerten Sanddünen in Rot/Weiss und dann immer wieder die schwarzen Lavafelsen und Löcher die tief ins Erdreich führen, bei den Lavafledern ist es auch immer wieder extrem grün, da dort Moose wachsen.

Was immer einen Besuch wert ist, ist das Visitor Center dort gibt es Pläne und gute Tipps.

Sogar das Wetter wird besser und es hört auf zu regnen. Und dann haben wir noch die unheimliche Begegnung mit einem Roadrunner. Er ist so schnell, dass ich leider das Fotosujet total verpasse.

Wir können diesen State Park wirklich sehr empfehlen und werden ihn ganz sicher wieder besuchen. Wir fahren weiter und machen immer wieder Stopps und kleinere Spaziergänge.

Was auch noch speziell ist, es gibt auch hier eine Art "Register Cliff" wo sich die früheren Einwanderer verewigt haben. Die Namen tönen ganz schön Deutsch ... Somit konnten die später nachziehenden Siedler erfahren, ob Ihre Angehörigen hier durchgereist sind. Dies sieht mann auch oft auf dem Oregontrail.

Den nächsten Zwischenstopp gibt es in Leeds, beim Silver Reef. Da wir uns dies etwas grösser vorgestellt haben, sind wir zuerst glatt vorbeigefahren und in einem Dixieforest gelandet. Hoch über der Stadt. Die Strasse, bestand nur aus gepfadeter Erde, sie war nass und sehr glitschig, und unser Explorer hatte sehr mit den Gegebenheiten zu kämpfen.

Silver Reef war einst, in den späten 1800ern, eine "Silberboomtown". Zu seinen besten Zeiten hatte es über 2'000 Einwohner. Hier gab es wieder eine geologische Anomalie Silber in Sandstein, und dies ging natürlich sehr gut zum abbauen. Als die Erträge aus dem Abbau sanken, verliessen die Leute die Gegend und heute ist es eine Art Geisterstadt, zwischen Wohnhäusern. Es gibt ein Museum und noch alte Gerätschaften zum anschauen. Leider hat das Museum am Sonntag geschlossen.

Nach diesem kurzen Abstecher wird es auch immer kälter und wir können den Schnee förmlich riechen....

Weiter geht es nach Springdale und in den Zion National Park, wo wir den Annual Pass für 80 $ kaufen. Dieser gilt für alle National Parks in den USA und ist 1 Jahr lang gültig. Unser erster Weg führt uns wie eigentlich immer ins Visitor Center, und danach weiter bis nach ganz hinten zu den Narrows. Da die Besucher-Shuttles im Winter nicht fahren, dürfen die Besucher das Tal selbständig befahren. Es nieselt und auf den Bergspitzen kann man die leichte Zuckerung des Schnees sehen. Der Dunst hängt an den Spitzen und es ist eine ganz mystische Stimmung. Es sind nicht viele Leute unterwegs, es herrscht eine natürliche Ruhe und wir sind sofort fasziniert von dieser Atmosphäre die man kaum in Worte fassen kann. Wir spazieren bis zum Wassereinstieg bei den Narrows. Wir sehen Rehe, die in ihrem Winterfell ganz wuschelig aussehen. Es hat auch viele Schneereste, denn Anfang Januar hatte es bereits sehr viel Schnee.

Nach vielen Fotostopps gehen wir ins Holiday Inn und noch ins Jack's einer gemütlichen Sportsbar, direkt neben unserem Motel, wo wir uns genüsslich Bisonburger und einen Drink genehmigen und den Tag nochmals Revue passieren lassen.

6. Tag 01.02.2016 Zion National Park - Bryce Canyon National Park

 

Über Nacht hat es geschneit und wir sind schon sehr gespannt auf die Landschaft und die Strassen-verhältnisse. Auf jedenfall ist die Durchfahrtststrasse geöffnet, wie wir an der Reception erfahren. Wir nehmen das Frühstück im Holiday Inn ein und machen uns dann auf den Weg in den Zion National Park.

Es sind ganz wenige Leute im Park unterwegs und wir Stoppen immer wieder, um Fotos zu schiessen und einfach die atemberaubende Landschaft zu geniessen. Am Weeping Rock nehmen wir die Hände unter die Füsse und spazieren hinauf. Es ist sehr rutschig und man muss schon schauen wo man hintritt. Aber die Aussicht und der kleine Felsvorsprung mit dem "Wasserfällchen" sieht sehr magisch aus. Durch das Wasser das hinunterfällt gibt es tolle Vereisungen und es ist auf jeden Fall diesen kurzen Spaziergang wert.

Wir sind im Winterwunderland angekommen, und es ist einfach einmalig. Ich denke die Fotos sprechen für sich. Ein Traum geht in Erfüllung. Es ist was ganz anderes als in den anderen Jahreszeiten. Es hat nicht viele Besucher und es herrscht eine majestätische Stille und eine schon fast unheimliche Ruhe. Wir können uns kaum sattsehen, trotzdem machen wir uns auf den Weg zum Viewpoint. Es geht nun in die Höhe und durch den Tunnel bis zum Osteingang. Dort parkieren wir und machen uns auf zum Canyon Overlook. Von dort aus, liegt einem das ganze Tal zu Füssen und die Berge erheben sich imposant. Für uns ein absolutes Muss!

Unsere Entscheidung im Winter den Westen zu besuchen ist wirklich die richtige Entscheidung für uns gewesen. Und wir geniessen jeden Augenblick hier. Man kann einfach mal mitten auf der Strasse gehen, ohne dass ein Auto kommt ... einfach herrlich. Da wir uns am Morgen noch über das Wetter informiert haben, wissen wir, dass ein Schneesturm im Anmarsch ist und somit fahren wir weiter Richtung Bryce Canyon. Diese Scenic Drive auch Zion - Mount Carmel Highway genannt ist auch jetzt im Winter immer wieder eine Fahrt wert.

Ein letzter Blick zurück zum Zion National Park und dann fahren wir weiter Richtung Bryce Canyon National Park. Es sind ca. 2 Stunden Autofahrt, und die Strecke führt durch den Red Canyon. Das Wetter verschlechtert sich zusehends, es wird kalt und windig und wir machen im Red Canyon nur einen kurzen Fotostopp.

Die Wetterverhältnisse werden immer schlechter und wir kommen in den vorhergesagten Schneesturm.

Es windet und schneit, durch die Schneeverwehungen ist die Sicht gleich null. Wir kommen kaum noch vorwärts, sind froh, dass es nicht mehr weit ist, und die Strasse nicht viele Abzweigungen hat.

Wir checken daher schon gegen 15.00 Uhr im Rubys Inn ein und machen es uns mit unseren Plüschis im Zimmer gemütlich. Während sich draussen der Schneesturm austobt, erkunden wir den Hotelkomplex und nehmen im Restaurant einen Zvieri zu uns. Den Nachmittag verbringen wir mit Karten schreiben, Skipoo, und planen. Das Abendessen nehmen wir im Restaurant ein.

7. Tag 02.02.2016 Bryce Canyon National Park

 

Nach einer stürmischen Nacht die wir in wohliger Wärme im Rubys Inn verbracht haben, geht es zuerst ins Restaurant, dass sich ebenfalls im Komplex befindet, dort nehmen wir ein reichhaltiges Frühstück ein, bevor wir uns in die eisige Kälte wagen.

Wir glauben es kaum, kein Vergleich zum Vortag. Das Wetter ist unglaublich, die Sonne scheint bei -19°C und alles ist tief verschneit. Genauso haben wir es uns vorgestellt. Da es über Nacht so viel geschneit hat, kann man im Bryce leider nur die Aussichtspunkte Sunset- und Sunrise Point besuchen. Trotzdem können wir hier mit einem Spatziergang ein Stück weit hinunter in die Tiefe spazieren und mit vielen Eindrücken einige Stunden verbringen. Durchgefroren lassen wir uns im Visitor Center aufwärmen und decken uns noch mit ein paar Souvenirs ein. Ja, leider werden die anderen Aussichtspunkte weiter hinten im Canyon heute nicht mehr vollständig vom Schnee befreit und geöffnet, erfahren wir vom netten Ranger an der Kasse. Schade!

Da es erst um die Mittagszeit ist, Höchsttemperatur liegen inzwischen bei -8°C, beschliessen wir einen Abstecher in den wunderschönen Kodachrome Basin State Park zu machen, der nicht weit entfernt ist.

Er liegt in der Nähe von Canonville am 12er, ca. 30 Minuten entfernt. Der Tageseintritt ist 8 $, die wir mit einem Couvert am Eingang hinterlegen, da weit und breit keine Person zu sehen ist. Ausser einigen Tier-spuren liegt alles in unberührter weisser Pracht vor uns.

Die Strassen sind gepfadet und gut befahrbar, aber auch hier sind viele Trails gesperrt und nicht zu-gänglich. Roger möchte unbedingt noch zu einem Arch fahren, den wir einige Jahre zuvor bereits aufgesucht haben, zu spät realiseren wir, dass es eigentlich eine Dirtroad ist. Die Strasse ist noch gut zu befahren ... am Anfang zumindest. Dann plötzlich liegen Schneeverwehungen vor uns, und wir wollen so schnell wie möglich wieder umkehren um auf die geteerte Strasse zu gelangen. Leider hat es weit und breit keine Wendestelle, da fährt Roger zurück und schon ist es passiert. Der "sogenannte 4x4" Explorer steckt fest und und die Räder drehen im lockeren Schnee durch.

Was sollen wir denn jetzt machen?? Wir sind weitweg von aller Zivilisation, so wie es ausgesehen hat, ist auch kein Ranger weit und breit um nach Canonville zu marschieren, ist es in dieser eisigen Kälte auch zu weit. Also selbst ist die Frau, raus aus dem Auto den Schnee unter den Rädern mit den Händen so gut als möglich weggeschaufelt. Unter einem Busch, in der Nähe, hatte es Steine, die nicht mehr angefroren sind, also ab damit unter die Räder. Und so bringen wir diese Situation doch noch zu einem guten Ende ... vor lauter mulmigen Gefühl, haben wir ganz vergessen Fotos von dieser heiklen Situation zu machen. Roger konnte an einer Stelle wenden und wir fahren so schnell als möglich wieder auf geteerte, sichere Strassen. Wir hatten wirklich Glück und werden das nächste mal sicher besser überlegen, was wir tun, und wo wir langfahren werden. Und unser sogenannte 4x4 ist in Wirklichkeit gar keiner ...

Trotzdem hat sich dieser Ausflug in den Kodachrom Basin State Park gelohnt. Und die Zeit ist nur so verflogen. Auch die Kälte war sehr angenehm, da es eine sehr trockene Kälte ist, friert man nicht gleich wie in unseren Gefilden.

Für den Sonnenuntergang wollen wir wieder im Bryce Canyon National Park sein und machen uns nun über den 12er wieder in diese Richtung auf. Man ist mehr oder weniger alleine auf der Strasse unterwegs und das Wetter könnte nicht besser sein. Genau so wie wir es uns vorgestellt haben.

Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir wieder im Bryce und geniessen das Schauspiel. Wenn man im Winter reist, muss man sich bewusst sein, dass die Tage viel kürzer sind. Es macht auch Sinn, dass man sich am Morgen immer kurz über das Wetter informiert. Es sind auch sind viel weniger Leute und Fahrzeuge unterwegs, was in einer Notsituation manchmal kritisch werden könnte. Aber wenn man sich gut überlegt, was man tut, können wir diese Erfahrung nur sehr empfehlen, natürlich nur wenn man die Kälte und den Winter mag :-)

8. Tag 03.02.2016 Bryce Canyon National Park - Capitol Reef National Park - Moab

 

Heute Morgen bin ich mit einem komischen Kopf aufgewacht und mir geht es nicht wirlich gut, auch mein Appetit fehlt, was sehr aussergewöhnlich ist ... Wir essen wieder Frühstück im Rubys Inn bevor es über Utha's Scenic Byway 12 Richtung Moab geht.

In Escalante machen wir noch einen Tankstopp. Der 12er ist wirklich ein ganz besonderes Erlebnis, leider habe ich diesmal viel verschlafen, da es mir nicht so gut geht.

Diese Strasse gilt als eine der schöneren Strecken der ganzen USA, was sicher nicht übertrieben ist.

Praktisch an jeder Ecke gibt es etwas zu sehen, oder zu entdecken. Der Escalante State Park, oder der Escalante Petrified Forest State Park, wo es versteinerte Bäume zu sehen gibt. In Boulder ist auch der Anasazi Village State Park, alles sehr lohnende Ziele, die wir bereits auf einer anderen Reise besucht haben.

Auch das Kiva Koffeehouse hat leider über den Winter geschlossen, ist aber zu einer anderen Jahreszeit auf jeden Fall einen Stopp wert.

Unser nächster Halt gilt dem Capitol Reef National Park, leider bekomme ich auch hier nicht viel vom Park mit ... Und ich mag mich kaum bewegen. Dieser Nationalpark führt ein eher Schattendasein, obwohl er wirklich wunderschön ist, und man ihm ein wenig mehr Zeit widmen sollte. Man kann hier auch tolle Wanderungen machen, es gibt Petroglyphen zu bestaunen und man kann auch viel über die Geschichte erfahren. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert erwarben sich Mormonenansiedler eine spärliche Existenz in Fruita, einer Stadt, die so genannt wurde, weil dort vor allem Obst angepflanzt wurde. Fruita und die Pioniere sind verschwunden, ihre Obstbäume aber werden im Nationalpark noch heute sorgfältig gepflegt und tragen weiterhin leckeres Obst. Hier im Park kann man in der richtigen Saison Äpfel, Birnen, Kirschen, Pfirsiche und Aprikosen pflücken!

Heute war mir aber gar nicht danach zumute, daher hat es nur für einige Fotos gereicht.

Unser nächster Stopp wird Moab sein, diese Strecke ist eher öde und Roger muss die Strecke alleine meistern.

In Moab fahren wir erst mal durch das Örtchen und schauen uns um, wo wir nächtigen wollen. In dieser Jahreszeit sind die Übernachtungen überhaupt kein Problem. Zuerst wollen wir ins Quality Inn am Ende von Moab, vor 5 Jahren waren wir bereits einmal hier. Aufgrund der bereits geparkten Autos, haben wir die Befürchtung, dass es eher laut sein könnte. Also beschliessen wir uns noch ein wenig umzusehen. Unsere Wahl fällt schliesslich auf das Best Western Canyonlands Inn. Wir buchen gleich 3 Übernachtungen und beziehen erst einmal das Zimmer bevor wir noch in den Arches National Park wollen, um den Sonnen-untergang zu sehen. Nun aber nichts wie los in den Arches National Park.

Diese Farben sind gigantisch, speziell die Kontraste mit den roten Felsen und dem weisse Schnee, richtig magisch ... Ich weiss ich wiederhole mich . Es geht ein kalter Wind und sobald die Sonne verschwindet, wird es noch einige Grade kälter. Inzwischen sind wir bei -19°C, es sind auch hier praktisch keine Leute unterwegs.

Im Restaurant Blu Pig, wo wir vor 5 Jahren schon einmal waren, nehmen wir unser verdientes Abendessen zu uns.

 

9. Tag 04.02.2017 Moab - Moab

 

Nach einer sehr schlechten Nacht, da ich mich noch immer nicht gut fühle, essen wir im Motel Frühstück bevor wir uns auf einen Tag draussen in der Natur freuen.

Wir wollen mal was anderes sehen, ich habe von dem La Sal Mountain Loop gelesen, den wollen wir mal genauer unter die Lupe nehmen. Also nichts wie hin.

Die erste Strecke führt dem Green River entlang bis zur Abzweigung Castle Valley. Das Tal ist hier sehr schmal, nur die Strasse, der Fluss und rechts und links die steilen Berghänge. Am River hat es sogar noch einen Weinanbau, was uns doch sehr erstaunt hat. Auch hier waren wir wieder mehr oder weniger allein unterwegs und wir haben einige Fotostopps eingelegt.

Castle Rock

Im Castle Valley wird es breiter, hier werden auch landwirtschaftliche Produkte angebaut.

Der markante Felsen ist der Castleton Rock er wird auch Castle Rock genannt, und ist ein beliebter Fels für die Kletterer daher wird er auch "Bergsteigerfels" genannt.

Wir biegen Richtung La Sal Mountain Loop ein, am Anfang gibt es noch keine Probleme, die Strasse wird aber immer enger und es hat auch wieder Schneeverwehungen auf der Strecke ... Wir haben noch den Ausflug im Kodachrom im Kopf und beschliessen dieses mal vorsichtiger zu sein. Wir kehren in diesem Fall um, da wir die Strecke nicht kennen und es ja scheinbar auf 2'500m hoch gehen soll. Wie wir später erfahren haben wir ein gutes Bauchgefühl und umzukehren war das einzig Richtige.

Das Wetter ist in der Zwischenzeit merklich schlechter geworden, der Himmel ist bedeckt, keine Sonne weit und breit. Wir wollen in den Canyonlands National Park. Mal sehen wie es da ist, aber das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung. Nun beginnt es zu schneien und wir beschliessen kurzerhand, den im September 2015 neu eröffneten Dinosaurierpark anzusehen. Moab ist ja die Hochburg für Leute die Dinosaurier mögen, es gibt viele Orte an denen man Dinosaurierspuren finden kann.

Auch hier sind wir wieder die einzigen Besucher. Zuerst geht es in ein 3D Kino ein ganz intressanter Film von der Entstehung der Erde und der Dinosaurier.

Als wir durch das Aussengelände gehen wollen, werden wir darauf hingewiesen, dass es schneit und es nicht gepfadet ist. Wir lachen nur und machen unsere eigenen "Tracks" (Spuren) in den Schnee. Die Anlage mit den Dinos ist wirklich ganz toll gemacht, man kann sich hier die Dinos ansehen, sich deren Grösse bewusst werden und einiges lernen. Ich denke auch für Kinder ist es wirklich sehr toll, da es zudem auch einen sehr grossen Spielplatz gibt.

Unser nächster Posten führt uns ins Museum. Hier treffen wir Dennis, eine Aufsichtsperson. Da es keine anderen Besucher hat, freut er sich wirklich sehr, uns ausführlich das Museum zu zeigen und viele Dinge zu erklären. Es hat interaktive Posten und es ist lustig und sehr lehrreich gestaltet.

Wir fragen ihn auch nach dem La Sal Loop, und er sagt uns, dass es im Winter da kein durchkommen gäbe, da es in Serpentinen aufwärts ginge, und kein Winterdienst vorhanden sei. Er empfiehlt uns aber die andere Seite des Green Rivers die Potash Road mit Petroglyphen und Dinosaurierspuren.

Es schneit immer noch stark, aber das hält uns nicht ab ... Wir wollen noch in den Arches National Park, aber leider sieht man vor lauter Schnee nicht wirklich etwas ...

Balanced Rock
Delicate Arch
Park Avenue View Point

Auch dieses Wetter gehört zum Winter und schliesslich gibt es kein schlechtes Wetter nur schlechte Kleidung. Trotz des Schneefalles machen wir die kurze Wanderung zum Upper Delicat View Point... da hoch zum Delicate Arch wollen wir morgen, hoffentlich ist das Wetter dann besser.

Für heute haben wir genug, wir wollen uns jetzt noch die Potash Road ansehen, die uns Dennis vom Dino- Museum empfohlen hat.

Wir können es kaum glauben, das Wetter klart auf und es wird immer schöner ... Die Sonne kommt durch die Woken und ein wunderschöner Sonnenuntergang erwartet uns. Eine einzigartige Atmosphäre.

Jug Handle Arch

Nachdem uns der Wettergott auf den Abend doch noch hold gesonnen ist, machen wir uns auf den Weg zurück nach Moab wo wir heute in der Brauerei unser Abendessen einnehmen werden. In der Moab Brewery gönnen wir uns Burger, es ist Donnerstag und die Burger sind heute im Angebot, so bezahlen wir am Schluss mit Trinkgeld und Getränken unglaubliche $ 20.00 für alles.

 

10.Tag 05.02.2017 Moab-Moab

 

Mein Magen spielt noch immer nicht ganz mit, und ich fühl mich immer noch ein wenig schwach, aber das ist kein Hindernis. Nach einem kurzen Frühstück im Motel gehts los.

Wir wollen nochmals den Canyonlands National Park in Angriff nehmen.

Es sieht ziemlich verhangen aus. Naja evtl. ist es ja in der Höhe besser ... dem ist aber nicht so, je höher wir kommen desto verhangener ist es und wir sehen kaum noch vor das Auto. Am Anfang kann man noch die Strasse erkennen, aber als dann auch noch Rinder Mitten auf der Strasse stehen und die Strasse ungepfadet weiterführt, hat man absolut keine Ahnung ob wir uns auf der Strasse oder bereits neben der Strasse in der Prärie befinden. Daher beschliessen wir schweren Herzens umzukehren.

Unsere Sicherheit und die der Rinder ist uns wichtiger, ausserdem kann man ja eh nichts sehen, also bleibt uns mehr Zeit für den Arches Nationalpark, gut liegt hier alles so nahe beieinander.

Im Arches Nationalpark herrscht mehr Hochnebel und daher ist es auch viel angenehmer.

Wir machen diverse kleinere Wanderungen. Ausser den typischen Baumwollschwanzkaninchen und Vögeln sehen wir nicht viele ander Lebewesen.

Der Winter ist genau richtig zum entschleunigen.

Roger unternimmt einen Alleingang zum Landscape Arch. Der Landscape Arch ist mit 92 Metern Spannweite einer der größten Bögen der Welt. Am 1. September 1991 brach ein Felsblock von 18 Meter Länge, 3,40 Meter Breite und 1,20 Meter Dicke aus der Unterseite des Bogens. Seitdem ist er an seiner dünnsten Stelle weniger als 3 Meter dick, und darf nicht mehr betreten werden.

Roger will unbedingt noch hinauf zum Delicat Arch. Der Delicate Arch (Höhe: 65 Fuß, entspricht knapp 20 Meter) im östlichen Teil des Parks, 2,5 km von der Wolfe-Ranch entfernt (ca. 1 Stunde Fußweg) ist ein alleinstehender, sehr bekannter Bogen - ach, was sage ich: Der bekannteste Bogen Utahs !

Leider bin ich noch immer nicht ganz fit, also bleibe ich schweren Herzens im Auto, denn die Wanderung ist doch ziemlich anstrengend vorallem durch den Schnee und die damit verbundene Rutschgefahr.

Eine Weile kann ich Roger noch mit meinem Objektiv beobachten. Nach knapp 3 Stunden ist er unterwegs und kommt mit super Bildern und tropfnass zurück. Man könnte fast neidisch werden.

Wie schon in den letzten Tagen klart das Wetter auf den Abend auf und wir geniessen noch einen wundervollen Sonnenuntergang hier in diesem ganz tollen Winterwonderland, das wir morgen schweren Herzens verlassen werden.

Zum Abendessen fahren wir nochmals in die Brewery von Moab und geniessen unseren letzten Abend hier. Auch heute geht es früh in die Federn.

Doch vorher müssen wir mit Bedauern feststellen, dass eine Eisenbahnfahrt mit der Durango-Silverton Railroad auch dieses Jahr gestorben ist, denn der Zug fährt während den Wintermonaten nur jeweils am Dienstag / Freitag und Samstag. Und für Morgen Samstag sind wir nun definitiv zu spät dran. Tya, dann verschiebt sich diese Fahrt auf ein anderes Jahr ...

 

11. Tag 06.02.2016 Moab - Canyon de Chelly National Monument

 

Trotzdem, dass wir Durango gestrichen haben, stehen wir wieder früh auf. Das Frühstück nehmen wir im Motel ein, bevor wir wieder in den nebelverhangenen Morgen starten. Auch heute wird es wohl nichts werden mit dem Canyonland Nationalpark, also wollen wir unser Glück bei den Needles versuchen, die liegen ja eh auf dem Weg. Kaum haben wir Moab hinter uns gelassen, verzieht sich sowohl der Nebel als auch die Wolken und die Sonne scheint uns ins Gesicht.

Beim Wilson Arch machen wir einen kurzen Fotostopp. Der Wilson Arch ist an der US Route 191 gelegen und etwa 35 km außerhalb von Moab zu finden. Seine Spannweite beträgt rund 28 m, seine Höhe etwa 14 m. Gut sichtbar neben der Straße erhebt er sich auf einem Felsvorsprung in die Landschaft.

La Sal Mountain
Wilson Arch
Wilson Arch
Wilson Arch

Danach geht es zu den Needles, aber auch hier müssen wir nach wenigen Meilen umkehren, denn auch diese Strasse ist unbefestigt und nicht gepfadet. Ein Jeep Wrangler der uns hinterherfährt, hat sogar Probleme durch den Schnee zu kommen. Und, wir haben unsere Lektion ja gelernt ...

Nun wird die Landschaft wieder weiter, es hat immer weniger Schnee und wir kommen ins Indianerland. Es ist eine öde, trockene und karge Landschaft, und wir fragen uns schon wie man hier Leben kann oder besser gesagt wovon.

Wir sind auf dem Weg zum Canyon de Chelly National Monument der auf Navajogebiet liegt, laut dem Arizona Highways Magazin gibt es einen Scenic Drive mit 4 Aussichtspunkten, den North Rim Drive, den wir fahren wollen. Wir sind schon sehr gespannt.

Das Canyon de Chelly National Monument liegt im Nordosten Arizonas im Navajoreservat und umfasst vier, tief eingeschnittene Felsschluchten: den 56 km langen Canyon del Muerto (Tal des Todes) erschlossen durch den North Rim Drive, und den namengebenden 42 km langen Canyon de Chelly (ausgesprochen: känjän de-sche-i), erschlossen durch den South Rim Drive, sowie den Black Rock Canyon und den Monument Canyon.

Die roten Sandsteinwände fallen bis zu 300 Meter steil ab, am Canyonboden rauscht der Chinle-Creek und schafft die Voraussetzungen für Ackerbau. Der Grundwasserspiegel liegt sehr nahe an der Oberfläche, so dass auch in Zeiten sommerlicher Trockenheit immer Wasser verfügbar ist. Touristische Attraktion sind in erster Linie allerdings die Anasazi-Ruinen, die von Aussichtspunkten zu sehen sind. Hinunter ins Tal kann man nur in Begleitung eines autorisierten Navajo-Führers, diese bieten geführte Touren an.

Man merkt kaum, dass man sich auf einer Mesa, also einer Hochebene befindet, von einem Canyon sieht man auch nichts, ausser kleineren Büschen ... dahinter ist irgendwo der Canyon del Muerto.

Ganz überraschend kommt dann der erste Abzweiger Richtung Mummy Cave. Dieser war seit Beginn der Besiedelung bis circa 1300 bewohnt und ist eins der größten Pueblos im Canyon. Die Mumienhöhle erhielt ihren Namen von den beiden hier 1880 gefundenen Mumien. Die Bezeichnung der Navajo für diesen Ort lautet dagegen „Haus unterm Felsen“. Es ist eine der größten Ruinen des Parks und umfasst etwa 90 Räume und mehrere Kiwas. Die Höhle war etwa 1'000 Jahre lang, bis um 1300, bewohnt. Die großen Räume und das Mauerwerk des Mittelturms erinnern uns doch stark an den Mesa-Verde-Stil.

Der nächste Stopp ist der Massacre Cave Overlook. Dieser bietet eine gute Sicht auf steile Felsklippen und den rauschenden Fluss. Die sogenannte Massakerhöhle erinnert daran, dass hier 1805 die Spanier 115 Navajos (90 Krieger und 25 Frauen und Kinder) umbrachten. Eine spanische Strafexpedition unter Narbona, dem späteren Gouverneur von Mexiko, bekämpfte einen ganzen Tag lang eine Felsenstellung der Indianer. Zum Beweis seines Erfolges legte Narbona seinem Befehlshaber die abgeschnittenen Ohren der Krieger vor.

Hier an diesem Aussichtspunkt sitzt ein Navajo und bearbeitet Steinplatten. In gebrochenem englisch erzählt er uns, dass er dieses Kunsthandwerk von seinem Grossvater, einem Navajo Medizinmann erlernt hat. Er erklärt uns auch die Symbole und wir kaufen eine schöne Sandsteinplatte um sie mit nach Hause zu nehmen.

Wir unterhalten uns noch ein wenig mit ihm, und bekommen so ein Gefühl, dass er gar nicht weiss wo Europa bzw. die Schweiz liegt.

Die Ruinen sind gut ersichtlich und es ist wirklich beeindruckend, wo die Ureinwohner ihre Siedlungen erbaut haben. Und wie gut erhalten alles noch ist, wenn man bedenkt wie alt dass alles hier ist.

Man kann gut dem Rim entlang spazieren und bekommt einen Eidruck von der Tiefe. Manchmal erkennt man Höhlen und Ruinen. Wir sind wieder ganz alleine unterwegs und die Stille ist fast greifbar.

Antelope House Overlook, ist unser nächster Stopp. Im Tal sieht man bebaute Äcker, links liegt der Canyon del Muerto und rechts der Black Rock Canyon. Die mehrstöckige Anasazi Ruine hat ihren Namen von den Wandmalereien der Navajos mit Antilopen erhalten. Auf der Felswand links von den Ruinen ist eine Antilope.

Unser letzter Stopp vor dem Visitor Center ist der Ledge Ruins Overlook. Mit Blick auf den Canyon der Toten, so genannt wegen der Mumienfunde. Zu sehen sind die 900 Jahre alten Mauern eines Anasazi-Dorfes in einer Felsnische (Ledge Ruins = Nischen-Ruinen).

Auch hier besuchen wir das Visitor Center, das Land gehört den Navajos , das National Monument steht aber unter der Verwaltung des National Park Services.

Wir reservieren noch schnell ein Zimmer im Holiday Inn Canyon de Chelly in Chinle, bevor wir uns auf den Weg zum South Rim machen, Ziel für heute ist der berühmte Spider Rock.

Der Spider Rock erhebt sich 305 Meter über den Canyongrund. Der Aussichtspunkt gewährt einen schönen Blick auf den 244 Meter hohen Monolithen "Spider Rock" (den Spinnenfelsen) zwei schmale, unten noch verbundene Felsnadeln.

Die Holy Spider Woman (Heilige Spinnenfrau) gehört zu den wichtigsten Gottheiten der Navajo-Mythologie. In der Mythologie der Navajo sind die Kuppen der Wohnort der Spinnenfrau (Spider Woman). Nach den Stammesmythen brachte sie den Menschen die Kunst des Webens bei und wird dafür noch heute verehrt, sie soll aber auch kleine ungehorsame Kinder verschlingen. Die weißen Gipfel sind der Überlieferung nach die Gebeine der Kinder.

Leider ist das Licht sehr schlecht und dieser impossante Felsen liegt jetzt am Abend im Schatten.

Wir machen auf dem Rückweg noch einige Stopps wie z.b. den White House Overlook bevor wir uns ins Hotel zurückziehen und unser Nachtessen im hoteleigenen, mexikanischen Restaurant geniessen. Das Essen ist ausgezeichnet. Nur Roger fühlt sich nicht besonders, so wie es aussieht, hat ihn nun auch mein Leiden erwischt. Nichts kann man für sich alleine haben...

12. Tag 07.02.2016 Canyon de Chelly - Flagstaff

 

Neuer Tag neues Glück, wie befürchtet hat es nun Roger erwischt. Wir essen etwas kleines im Restaurant zum Frühstück, bevor wir uns in neue Abenteuer stürzen. Bei der Hotelrechnung fällt uns auf, dass neben der State Tax auch noch eine Navajo Nation Tax und Navajo Nation Sales dazukommt. Naja man nimmt es halt von den Lebenden .

Unser erster Weg führt uns nochmals zum Spider Rock, und nun ist es Roger, der nicht mal mehr aus-steigen mag. Also gehe ich kurz alleine Fotos vom Felsen, im optimalen Licht, knipsen.

Spider Rock

Damit sich Roger ein wenig erholen kann, fahre ich heute. Es geht auch wieder über eine öde Strecke und es gibt nicht viel zu sehen. Heute steht der Pertified Forest National Park auf dem Programm. Eigentlich sind es zwei National Parks in einem und zwar das Painted Desert und der Pertified Forest.

Das Painted Desert ist eine Wüste auf Rund 1'800 Meter über Meer. Dieser National Park ist auch der Einzige, der einen Teil der historischen Route 66 beheimatet. Wir fahren durch den Nordeingang zuerst ins Painted Desert. Am Eingang wird von den Parkrangern gefragt, ob wir versteinertes Holz dabei haben. Und es wird darauf hingewiesen, dass man keine Steine und versteinertes Holz aus dem National Park entfernen darf.

Hier gibt es vieles zu sehen z.B. eine Indianer-Ruine – Puerco Pueblo, ursprünglich eine Ansammlung von 76 Räumen, die bei einem kurzen Rundweg besucht werden kann. Oder diverse Petroglyphen wie den Newspaper Rock, einem Vorsprung aus Sandstein, auf dem man hunderte Felszeichnungen findet. Darunter auch ein Ibis mit Frosch und eine Sonnenwendeuhr, die genau zweimal im Jahr getroffen wird. Und dann natürlich die versteinerten Bäume.

Bis Anfang des letzten Jahrhunderts wurde das Gebiet regelrecht geplündert. Besonders im Bereich des Crystal Forest verschwanden viele der schönsten Stücke. Eine nahe Steinmühle verarbeitete die Kristalle zu feinem Pulver und verkaufte es als Schleifmittel ins ganze Land. Aber auch Touristen und Steinsammler nahmen mit, was sie tragen konnten. Selbst heute noch verschwinden immer wieder Teile von diesen wunderschönen versteinerten Bäumen, deshalb ist es auch gut möglich, dass man von Rangern im Park oder beim verlassen kontrolliert wird.

Man kann sich kaum vorstellen, dass es hier enmal einen Urwald gab. Ein versteinerter Wald, ist ein fossiler Wald, dessen Bestandteile durch den Prozess der Verkieselung (Einbau von Kieselsäure) umgebaut wurden und so erhalten blieben. Einzelne Teile von fossilem Holz werden als Dendrolith oder versteinertes Holz bzw. versteinerter Baum bezeichnet.

Beeindruckend ist auch ein über 30 Meter langer versteinerter Baumstamm, der einen Graben überbrückt, er wird Agate Bridge (Achatbrücke) genannt.

Agate Bridge
Agate Bridge

Die Agate Bridge musste 1911 unterstützt werden, damit sie nicht auseinanderbrach. Heute darf man diese natürliche Brücke nicht mehr betreten.

Für uns heisst es Abschied nehmen und wir fahren Richtung Flagstaff, wo wir die Nacht verbringen wollen. In Hollbrok gibt es noch einen kurzen Fotostopp, beim bekannten, Wigwam Motel an der legendären Route 66, bevor es in das Best Western Pony Solder Inn, nach Flagstaff geht.

13. Tag 08.02.2017 Flagstaff - Tusayan (Grand Canyon National Park)

 

 

Nach dem Frühstück im Motel geht es nun an den Grand Canyon, wo wir gegen Mittag eintreffen. Wir sind erstaunt, Tusayan ist unglaublich gewachsen. Vor 5 Jahren stand hier nur das IMAX und der Helikopter Landeplatz und sonst nicht mehr viel. Heute ist es eine Kleinstadt.

Im Grand Canyon National Park, besuchen wir zuerst, wie üblich, das Visitor Center. Wir schauen uns auch einen sehr eindrücklich Film über den National Park an, was wirklich sehr zu empfehlen ist.

Wir wollen mal im El Trovar Hotel nachfragen, was ein Zimmer hier kosten würde, falls es noch welche gibt. Also fahren wir mit dem blauen Bus bis zur Eisenbahnstation und spazieren dann zum Hotel. Tatsächlich gäbe es noch Zimmer aber $ 300-470 ohne Taxen finden wir überrissen und so lassen wir es bleiben, denn dies ist es uns nun doch nicht wert. In Tusayan hat es ja noch genügend Auswahl, und in dieser Jahreszeit ist es sicher kein Problem ein Zimmer zu finden.

Wir beschliessen zurück zum Auto zu laufen, denn hier am Rim entlang ist es wirklich wunderschön und es hat nicht viele Touristen. Die meisten sind am ersten Viewpoint am Visitorcenter, denn die meisten Leute verbringen nicht den ganzen Tag an diesem einmaligen Ort, was eigentlich sehr schade ist, denn abseits der Touristenströme kann man die Ruhe und die Tiefe so richtig auf sich wirken lassen.

Wir haben uns viel zu warm angezogen, die Sonne scheint, und der Weg zieht sich unendlich in die Länge. was einem bei der Busfahrt gar nicht auffällt, da man ja nicht dem Rim entlang fährt.

Für mich ist der Grand Canyon National Park immer wieder faszinierend. Hier fühlt man die Natur und man merkt wie klein der Mensch doch eigentlich ist, und was die Natur schaffen kann. Es ist eines der grössten Naturwunder der Erde, was auch die ca. 5 Millionen Besuchers des National Parks erklärt. Es gibt keine Bilder, die den "WOW" Effekt einfangen können, wenn man erst einmal hier steht, man muss es selbst einmal erleben.

Der Park verfügt über ein gutes Busnetz, das man kostenlos benutzen kann. Und so kann man einfach wieder irgendwo in einen Bus steigen, wenn man nicht mehr laufen mag.

Da wir noch keine Unterkunft haben, fahren wir nach Tusayan und nehmen ein Zimmer im Best Western. Jetzt wollen wir aber noch den Sonnenuntergang am Grand Canyon geniessen und fahren Richtung Desert View. Am Moran Point wollen wir uns das Naturschauspiel zu Gemüte führen. Es wird imer kühler und wie so oft in den letzten Tagen, hat es auch hier kaum Leute. Kein Vergleich zum Sommer respektive Herbst.

Der Abend ist kalt und klar, man hört nur den Wind durch den Canyon 'pfeifen' und es ist einfach traumhaft schön. Die Autofahrt von hier aus nach Tusayan beträgt ca. 40 min. und inzwischen ist es stockdunkel geworden. Morgen wollen wir uns den Sonnenaufgang ansehen. Aber jetzt haben wir erstmal nur Hunger. Unser Weg führt uns ins Big E Steakhouse. Das Essen ist nicht günstig aber die Atmosphäre super schön, und das Essen wirkllich gut. Danach gehen wir schlafen, denn um 5.30 Uhr soll ja schon wieder der Wecker läuten.

14. Tag 09.02.2017 Grand Canyon National Park - Kingman

 

Unerbittlich läutet der Wecker um 5.30 Uhr, draussen ist es stockdunkel, nur die Sterne leuchten und es ist ganz still. An der Hotellobby gibt es noch einen Frühstücksbag beim auschecken, und schon sind wir Richtung Moran Point unterwegs.

Ausser uns ist nur ein anderes Päärchen da, um dieses Naturschauspiel zu sehen. Es wird langsam hell. Mit den aufkommenden Sonnenstrahlen kann man wiederum, wie beim Sonnenuntergang den Wind durch den Canyon 'pfeifen' hören. Und es wird noch kälter als vorher, gut haben wir unsere Wollmützen dabei.

Der Grand Canyon hat einen speziellen Zauber, die Tiefe und die Steine die ihre eigene Geschichte erzählen, über die Millionen von Jahren die er miterlebt hat. Bleibt man einfach einmal stehen und hört in die Stille, dann versteht man warum dies ein Unesco Weltnaturerbe ist, und man es unbedingt schützen muss.

Unsere Fahrt geht weiter Richtung Williams, wo wir einen alten Bekannte besuchen wollen, den Bearizona Drive-Thru Wildlife Park. Ein wirklich ganz toller Park, indem man die Wildtiere hautnah erleben kann, da man mit dem Auto durch ihre Gehege fahren kann.

Im anderen Teil, des Parks, kann man an den Gehegen vorbei spazieren, es gibt auch einen Streichelzoo und tolle Tiershows. Man kann viel über die Wildtiere erfahren und speziell für Familien mit Kinder ein ganz besonderes Erlebnis.

Wir geniessen die wenigen Leute und die entspannten Tiere. Die Sonne wärmt uns und wir schauen bei der Seeotterfütterung zu. Was für ein Spass.

Später gehts weiter auf der Route 66 Richtung Kingman. Wenn es möglich ist, fahren wir auf der alten 66 und legen immer wieder Fotostopps ein, wie zb. in Seligman. Wir fragen uns, wie das wohl hier zu und her gegangen ist in den alten Zeiten, als dies noch die Hauptverbindungsachse war. Und uns kommt unweigerlich immer wieder der Film Cars in den Sinn.

15. Tag 10.02.2017 Kingman - Palm Springs

 

Von Kingmann starten wir Richtung Palm Springs. Es ist warm und es wird so richtig trocken und öde. Auf der alten Route 66 sind wir praktisch alleine unterwegs. Es hat nur vereinzelte Tankstellen, die sind aber extrem teuer. Roger weigert sich zu diesen 'überrissenen' Preisen zu tanken und so fahren wir einfach vorwärts. Alles gute Zureden hilft nichts, stur bleibt stur, wenn uns dies nur nicht zum Verhängnis wird.

Die Route 66 war eine der ersten durchgehenden Straßen, die die Ostküste (Chicago) mit der Westküste (Los Angeles) verband. Heute sind nicht mehr alle Teile der Route 66, die auch als „Mother Road“ bekannt ist, befahrbar. In Amboy ist Roy’s Motel & Cafe, eine der wenigen Einrichtungen, die heute noch geöffnet haben. Da gerade ein chinesischer Touristencar vorfährt, beschliessenn wir einfach weiterzufahren. Langsam wird uns das Benzin knapp und wir sind wirklich dankbar das Twentynine Palms kommt. hier ist der Nord-Eingang zum Joshua Tree Nationalpark. Wir wollen quer durch fahren und dann nach Palm Springs um dort zu übernachten.

Unser erster Stopp ist im wunderschön gemachten Visitorcenter. Ich kaufe mir Samen vom Joshua Tree Baum. Mal sehen ob Sie auch in der Schweiz gedeihen. Es ist schon richtig heiss, was kaum zu fassen ist, da wir vor ein paar Tagen noch minus Grade hatten. Dies sind die ersten Vorboten, dass sich unsere Reise leider seinem Ende nähert.

Der Joshua-Tree-Nationalpark ist eine Wüstenlandschaft, die den Übergang zwischen der Mojave-Wüste und der Colorado-Wüste bildet. Der Park ist nach der auffälligen Josua-Palmlilie, im Englischen „Joshua Tree“ benannt.

Den Namen erhielt die Pflanze von den durchziehenden Mitgliedern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), die die dünnen ausgestreckten Äste mit den Armen des alttestamentlichen Volksführers Josua verglichen, der den Israeliten den Weg ins gelobte Land wies.

Neben den Joshuabaum-Wäldern bietet der Park eine der interessantesten geologischen Formationen, die man in den kalifornischen Wüsten findet. Es herrschen kahle Felsen vor, die in der Regel in einzelne Felsformationen aufgebrochen sind.

Skull Rock
The Dwarf

Die Gesteinsformationen sehen lustig aus, und sie haben zumTeil Namen wie Skull Rock oder Dwarf. Es macht Spass zwischen diesen herumzuklettern. Man sollte aber darauf achten, dass man genügend Wasser und Sonnenschutz dabei hat. Die Temperaturen erreichen jetzt im Februar schon fast 30°C und Schatten findet man kaum. Es ist umso erstaunlicher, dass es ausser Kakteen und Joshua Trees auch noch Blumen wie den Indian Paintbrush wachsen.

Der nächste Aussichtspunkt ist der Key View Point. Wir sind hier auf dem Little San Bernardino Mountain. Von hier hat man einen fantastischen Ausblick auf das Coachella Valley. Man sieht von dort aus links die glänzende Oberfläche des Salton Sees, die 230 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Leider war es sehr dunstig und es war nicht sehr sichtig.

Die berüchtigte San Andreas Spalte, reicht 700 Meilen vom Golf von Kalifornien bis zur Mendocino Küste nördlich von San Francisco. Sie führt durch das Tal und man kann es unterhalb sehen.

Die nächste kurze Wanderung führt uns zum Barker Damm (auch Big Horn Dam genannt), es ist ein ca 1,5 Meilen Rundkurs. Die Strecke ist recht eben und leicht zu gehen. Es gibt sogar Petroglypen zu sehen.

Die Hitze macht uns sehr zu schaffen, besonders da wir ja aus dem Winter kommen ... es ist wirklich eine Reise der Gegensätze. Aber dies macht es ja besonders schön und abwechslungsreich.

Nun geht es aber Richtung Palm Springs, wo wir die zweitletzte Nacht verbringen, denn Morgen ist noch Shopping angesagt, wir wollen ja auch noch das Eine und Andere mit nach Hause nehmen.

Wir fahren vom National Park hinunter ins Tal. Uns fallen dabei die vielen Windkraftanlagen auf.

Wir quartieren uns im Best Western Plus Las Brisas Hotel ein. Es ist super gelegen, und wunderschön gemacht. Nachdem wir uns frischgemacht haben, spazieren wir durch Palm Springs und essen im Las Casuelas Terrazam, unter freiem Himmel, im Innenhof mexikanisch zu Abend. Das Essen ist einfach köstlich und die Margarithas ebenfalls. Wir könne es kaum glauben dass es Februar ist. Und geniessen diesen Abend und die Wärme ganz besonders.

16. Tag Palm Springs - Lake Elsinore

 

Nach dem Frühstück im Hotel besuchen wir das Dessert Hills Premium Outlet Center. Es ist eines der grössten Outletcenter hier in Kalifornien, und viele Shops der bekanntesten Marken sind vertreten. Die Zeit verfliegt nur so und vollgepackt mit Kleidern etc. machen wir uns auf den Weg Richtung Grossraum Los Angeles. Die Gegend wird grüner, es sieht nach Landwirtschaft, und nach Milchproduktion aus. Inzwischen haben wir wieder Temperaturen von 30°C erreicht. Wir übernachten in Lake Elsinore im Holiday Inn. Heute essen wir nichts zu Abend da wir im Outletcenter im Foodcorner noch was gegessen haben. Dafür ist packen angesagt. Da wir Übergepäck haben, haben wir bereits Online bei Swiss ein Zusatzgepäck für

Fr. 75.00 dazu gebucht, da dies günstiger ist, als am Flughafen noch Übergepäck bezahlen zu müssen.

17. Tag 11.02.2017 Lake Elsinore - Los Angeles

 

Unser letzter Tag ist angebrochen. Heute Abend um 20.00 Uhr soll uns die Swiss wieder in die Schweiz bringen. Wehmut macht sich breit. Die Zeit ging viel zu schnell vorbei. Aber wir haben ja Glück und können diesen Tag noch voll nutzen ...

In der Lobby kann uns niemand sagen, wie lange man etwa zum Los Angeles International Airport hat, von 2 Stunden bis 8 Stunden ist da die Rede. Auf jeden Fall wollen wir noch einen Abstecher nach San Juan Capistrano einer alten Mission machen, das sollte noch im Plan liegen, da es eh auf der Strecke liegt.

Die Mission San Juan Capistrano ist ein Ort der Stille, voller wunderschöner Blumen , Schmetterlinge und Kolibris. Man kann eine deutsche Audiotour machen, die sich wirklich lohnt, man fühlt sich in diese andere Zeit zurückversetzt, wenn man hört wie es damals war, als die Missionare die Indianer bekehrten.

San Juan Capistrano ist die 7. Mission am Camino Real und wurde 1776 gegründet. Die Mission ist das älteste, noch erhaltene Gebäude Kaliforniens und damit die älteste Kirche im Staat. Sie wurde als unabhängige Gemeinschaft von spanischen Padres und nordamerikanischen Indianern erbaut und war ein Zentrum für Landwirtschaft, Industrie, Bildung und Religion. Heute gilt diese als historische Kirche, Landmarke und Museum.

Strilizien
Finde den Kolibri
 Kolibri

Nach dem Besuch der Mission Basilica San Juan Capistrano, haben wir Hunger bekommen und wollen uns noch mit einem feinen Mittagessen stärken, bevor wir uns Richtung Flughafen begeben. Unsere Wahl fällt auf ein italienisches Restaurant namens Ciao Pasta. Ein wirklich ganz tolles Restaurant. Das Essen war ausgezeichnet und wir konnten die Sonne im Garten während des Essens so richtig geniessen. Nun heisst es aber langsam aber sicher Abschied nehmen. Da es scheinbar sehr viel Vekehr auf dem Highway hat, wollen wir versuchen auf dem Highway 1 zum Flughafen zu fahren. Auf der schnellesten Route sollte es nur 1 Stunde daueren. und ca. 2.5 Stunden auf dem 1er. Also auf gehts. Am Anfang ist es vielleicht noch eine gute Idee, aber mit der Zeit kommen wir nicht mal mehr im Schritttempo voran, und wir entschliessen uns, den Rest der Reise auf dem 405er hinter uns zu bringen.

Nach 17 absoluten Traumtagen endet hier in Los Angeles International Airport unsere Reis, nach über 2'900 Meilen, wo das Abenteuer begonnen hat.

Das Auto abgeben geht wie immer Ruckzuck und auch bei den Sicherheitskontrollen gibt es wie üblich keine Probleme. Der Direktflug mit der Swiss war ruhig und wirklich einfach toll. Durch den späten Abflug um 20.00 Uhr haben wir beinahe nochmals einen ganzen Tag gewonnen. Nur muss man bedenken man braucht enorm viel Zeit, und Nerven, um an den Flughafen von Los Angeles zu kommen. Und daher ist für uns persönlich klar, das werden wir nicht mehr machen.

Nach unserer Rückkehr haben wir uns noch bei Alamo beschwert, dass unser sogenannter 4x4 gar keiner war, und haben sogar ein Teil des Geldes zurückerstattet bekommen.

Fazit unserer Reise:

 

Der Winter ist wirklich eine super tolle Reisezeit. Es hat nicht viele Leute, die Kosten sind tiefer, man findet immer eine Unterkunft.

Uns hat die verschneite Landschaft sehr fasziniert, und unsere Erwartungen wurden sogar übertroffen, wir kommen sicher wieder.

Was man sich einfach bewusst sein muss ist:

 

- Flexibilität ist sehr wichtig. Es kann sein, dass man das ganze Programm über den Haufen wirft und man was ganz Anderes macht, oder das man Teile weglässt.

 

- Gewisse Sehenswürdigkeiten sind geschlossen, oder es gibt andere Öffnungszeiten.

 

- Man ist sehr Wetterabhängig, gute Kleidung sollte Pflicht sein, ein 4x4 von Vorteil und lasst Euren gesunden Menschenverstand walten, bringt Euch und auch Andere nicht unnötig in Gefahr.

 

- Die Tage sind viel kürzer, da es später hell wird, und früher eindunkelt ;-)

 

-Immer genau hinschauen, beim Mietauto... ist es wirklich ein 4x4 , sind die Reifen noch in Ordnung.